Wenn die Katze erwacht

Dieses Lied ist eines von den wenigen, das keine eigentliche Textgeschichte, keinen konkreten Anlass hat. Es schildert einfach die mir so wertvolle Stimmung, wenn’s in die Nacht hinein geht. Jene Tageszeit, in der’s bei mir immer zu sprudeln beginnt, in der mein zweites und vielleicht eigentliches Ich erwacht.

Die Idee dazu kam mir wahrscheinlich durch liebestolle Katzen, die nachts, wenn ich die Stille genieße, bisweilen schon einen Höllenlärm veranstalten.

Liedtext

Wenn die Asche des Tages zerfällt
und die Rastlosigkeit ihren Atem anhält,
wenn das Waffengeklirr allmählich verstummt,
weil die Dunkelheit alles mit Träumen vermummt,
Wenn die Katze erwacht,
weiß ich: jetzt ist es Nacht.

Wenn der Pfad auf den Höhen verschwimmt,
und die Sehnsucht Kurs nach Norden nimmt,
wenn die Wände näher rücken und das Buch mir erzählt,
das Telefon stumm bleibt und mir nichts mehr fehlt.
Wenn die Katze erwacht,
weiß ich: jetzt ist es Nacht.

Die Nächte schweigen, wenn du nichts mehr sagst
umhüllen dich freundlich, wenn du nicht mehr jagst,
und geben dir, wenn du darum bittest, stilles Asyl.
Die Stunden schleichen vorbei an der Uhr,
um meine Beine mit Katzengeschnurr
und geben mir ganz einfach nur ein gutes Gefühl.

Wenn der letzte der Töne verklingt
und die Stille mir in Erinnerung bringt
dass noch Hoffnungen auf der To do-Liste steh’n
und Möglichkeiten sich im Kreis um mich dreh’n,
wenn die Katze erwacht,
weiß ich: jetzt ist es Nacht.

Wenn die Bilder sich langsam sortier’n
und sich Zeilen um Zeilen zu Strophen gruppier’n,
wenn ich mir Stück für Stück meinen Reim machen kann,
weil der Tag sich jetzt liest wie ein Roman,
wenn die Katze erwacht,
weiß ich: jetzt ist es Nacht.

Text/Musik/Arr.: KT Brandstetter, ©2005 ℗2017