Otto spielt Lotto

Der »Otto« geistert schon seit Jahrzehnten durch mein Repertoire. Die ursprüngliche Fassung habe ich ebenfalls für die Rockgruppe geschrieben, deren Bassist, Sänger und Co-Keyboarder ich mal war – also in den 1980er-Jahren.

In den Jahren 2004 bis 2010 hat aber auch dieser Text Veränderungen erfahren. Und es ist mit der Neuaufnahme 2017 ein Old-School-Blues aus ihm geworden, weswegen auch das Knacken einer alten Vinyl-Platte zu hören ist. Er erzählt von den Träumen, die jede/r so hat. Manche davon führen in die Irre, aber man hat sie nun einmal. Und das wohl schon, seit es den Homo sapiens sapiens gibt.

Liedtext

Otto spielt Lotto. Und jetzt sogar täglich.
Die Lottogesellschaft macht es ihm leicht.
Er hat viele Träume und nichts scheint unmöglich.
Und wenn er dereinst mal den Sechser erreicht,
dann schenkt er ihr Blumen – dieser Lady von der Arbeitsagentur.

Su guckt in die Sterne und weit in die Zukunft,
denn sie glaubt zu wissen, dass sie eine hat.
Stier, Jungfrau und Löwe – wer ist grad in Brunft?
Das Haus der Planeten hat ihn sicher parat,
den knackigen Prinzen mit ’ner Datsche auf Borkum oder Sylt.

Jens schreibt sich Programme auf seinem Computer.
Er glaubt nicht an Zufall, nur an Mathematik.
Er sucht nach Gesetzen, nach Knoten in Netzen
und ist überzeugt: Er findet den Trick
für ewige Jugend und ein Leben ohne Warzen am Gesäß.

Tess schwört auf den Glauben, der sie umflort.
Sie liest ständig die Bibel, folgt dem Guru aufs Wort.
In ihrer Sekte lächelt man schrecklich nett.
Sie geht jeden Abend nur mit der Hoffnung ins Bett,
dass alle so werden, wie sie und ihr Meister glauben zu sein.

Ich schreib‘ meine Lieder – für mich und für euch.
Ich vermute zu wissen: Das macht mich nicht reich.
Doch auch ich spür‘ diese Sehnsucht nach Glück und Wolke sieben
und werd‘ von ihr immer, immer weiter getrieben
Sie ist angeboren und sie ist noch lang nicht gestillt.

Text/Musik/Arr.: KT Brandstetter, ©℗2004/2017