Kunst und Krieg – Europas Erinnerungen

Multimediale Lesung

2015 besuchten meine Frau und ich wichtige Erinnerungsstätten des I. Weltkriegs in Belgien (Flandern). Motiviert war der Besuch u.a. durch die Ausstellung Fastnacht der Hölle, die im April 2014 im Haus der Geschichte in Stuttgart zu sehen war.

Dieser bis dahin umfassendste Krieg der Geschichte – 40 Staaten waren beteiligt, nahezu 70 Millionen Menschen standen unter Waffen – hat auch in der Kunst Spuren hinterlassen. Im Käthe-Kollwitz-Museum im belgischen Vladslo ist dies besonders gut nachzuvollziehen. Dort kann man den Wandel der Künstlerin von der Kriegsbefürworterin zur Kriegsgegnerin im wahrsten Sinne des Wortes plastisch begreifen, denn nicht weit entfernt, auf dem deutschen Kriegsgräberfriedhof, steht ihre berühmte Doppelskulptur Trauernde Eltern.

Zu Beginn des Jahres 2017 zeigte das Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe (ZKM) die Ausstellung Kunst in Europa 1945 – 1968. Sie demonstrierte eindrücklich, wie der II. Weltkrieg, kaum 20 Jahre später begonnen, erneut alles in Schutt und Asche legte. Um die Vergangenheitsbewältigung bemühten sich nach 1945 nur wenige Künstler, denn im Westen Deutschlands herrschte Null-Toleranz gegenüber politischer Kunst. Nachgefragt wurden von Politik und Gesellschaft Denkmäler für die Kriegstoten und abstrakte dekorative Kunst. Verherrlicht wurden und werden der Fortschritt, das Wachstum und die Produktivität. Man trat ein in das Zeitalter des Nouveau Réalisme, in den „Dialog mit den realen Dingen“.

Die Kernfrage zur Kunst nach dem II. Weltkrieg muss also lauten: Welchen Sinn und welche Bedeutung haben die Kultur und die Künste, wenn sie nicht fähig sind, Massaker und Kriege zu verhindern und ein grundlegendes Umdenken der Völker zu bewirken? Hat Kunst eine Aufgabe und wennja, welche?

Diesen Fragen spüre ich in Wort, Bild und Ton nach. Eine anschließende Diskussion ist ausdrücklich erwünscht.

(Ein Video folgt in Kürze)

 

Organisatorische Informationen

Dauer: ca. 60 Minuten (zzgl. Gelegenheit zum Gespräch).

Veranstaltungstechnik: Ton- und Bildtechnik (HD-Beamer/Leinwand) bis 40 Teilnehmer kann gestellt werden. Für ein größeres Auditorium bitten wir um Bereitstellung einer entsprechend ausgelegten Technik. Mikrofone werden auf jeden Fall von uns gestellt.

GEMA/VG WORT: Es kommen Fremdkompositionen zur Aufführung. Eine Titelliste wird ausgehändigt.

Honorar/Merchandising: 200 EUR; ab 200 Kilometer Entfernung plus Übernachtung (gerne auch in einer Jugendherberge). Wir bitten um die Erlaubnis für den Aufbau eines kleinen Merchandising-Tisches.