Was übrig bleibt

Multimediale Lesung über eine Pyrenäenreise vom Mittelmeer bis zum Atlantik

Reisen ist heute alltäglich. Dem Zeitgeist entsprechend ist es jedoch auch flüchtig geworden. »Sehenswürdigkeiten« werden konsumiert. Bezeichnenderweise hat sich die Sehenswürdigkeit als Begriff erst seit dem 18. Jahrhundert eingebürgert, etwa hundert Jahre nachdem der Konsument in Gebrauch kam. Dabei hat sehen eine weit über den flüchtigen Eindruck hinaus gehende Bedeutungsgeschichte. Es steht etymologisch im Zusammenhang mit Begriffen wie bemerken, Achtung, Wertschätzung, Vertrauen und Hoffnung.

Ich habe mich dementsprechend auf meinen Reisen dem Wahrnehmen und in Beziehung setzen verschrieben. Getreu der Erkenntnis, dass Natur sehr gut ohne den Menschen auskommt, der Mensch jedoch nicht ohne die Natur, berichte ich von dieser Pyrenäenreise nicht unter einem touristischen Blickwinkel. Im Vordergrund stehen Erfahrungen, die Erfahrung der Stille etwa, und Reflexion.

Die Pyrenäen eignen sich nach meiner Ansicht besonders gut, weil sie in mehrfacher Hinsicht Grenzland sind. Zum einen trennen sie geografisch die iberische Halbinsel von Mitteleuropa, zum anderen sind sie nicht weit genug vom europäischen Kernland entfernt, um nicht von dessen Entwicklungen beeinflusst zu werden. So ist dieses Gebirge eine Region, in der sich schon immer auch politischer Widerstand manifestierte, etwa gegen den Franco-Faschismus. Die Verbundenheit der in den Pyrenäen oder ihren Vorgebirgen lebenden Menschen mit ihrer Kultur prägt noch heute die Unabhängigkeitsbestrebungen beispielsweise der Basken und der Katalanen. Hinzu treten die Funde mit der ältesten Höhlenmalereien (Foto), deren Qualität Picasso mit den Worten bestaunt haben soll: „Wir haben nichts dazu gelernt.“.

All diese vielfältigen Aspekte spiegeln sich in der multimedialen Lesung »Auf dem alten Schmugglerweg«. Fotografien, Reiseskizzen meiner Frau, der Malerin Sylvia Catarina Nickus, und eigene Lieder ergänzen die Lesung über ein anderes Reisen. Das Grenzland Pyrenäen mag dabei auch als Bild für den ganz persönlichen Grenzgang dienen, den viele Menschen in ihrem Leben zu leisten haben.

 

Organisatorische Informationen

Dauer: ca. 60 Minuten (zzgl. Gelegenheit zum Gespräch).

Veranstaltungstechnik: Ton- und Bildtechnik (HD-Beamer/Leinwand) bis 40 Teilnehmer kann gestellt werden. Für ein größeres Auditorium bitten wir um Bereitstellung einer entsprechend ausgelegten Technik. Mikrofone werden auf jeden Fall von uns gestellt.

GEMA/VG WORT: Es kommen nur eigene Werke des Musikers/Texters zur Aufführung. KT Brandstetter ist nicht Mitglied der GEMA.

Honorar/Merchandising: 200 EUR; ab 200 Kilometer Entfernung plus Übernachtung (gerne auch in einer Jugendherberge). Wir bitten um die Erlaubnis für den Aufbau eines kleinen Merchandising-Tisches.