Was übrig bleibt

»Was übrig bleibt« ist ein Crossover-Projekt, da das Lied von Beginn an nur die als Refrain gesungene Strophe hatte. Der Strophenteil war gelesenem Prosatext vorbehalten. Seine Uraufführung erlebte es bei der Vernissage von Sylvias Ausstellung »Barfuß durchs Leben«. Später fand es Aufnahme in unsere durch unsere Pyrenäenreise inspirierte Lesung »Auf dem alten Schmugglerweg«, in der es vor dem Hintergrund alter Höhlenmalerei u.a. um die Frage geht, was denn übrig bleibt von uns oder unserer Kultur. Unsere Antwort: Die Kunst. Für diese Lesungen entstand dann auch das Video, in welches das Lied nun eingebettet ist. In der hier vorliegenden Fassung ist »Was übrig bleibt« also eine Auskoppelung aus unserer oben genannten Lesung.

Text

Sprecher:
Das Entstehen einer Felskunst in der Dunkelheit tiefer Höhlen während der Kultur des Magdalénien stellt eine in der Geschichte einzigartige Tatsache dar. […] Die Qualität dieser Kunst ist so hoch, dass man sie als ersten Höhepunkt menschlichen Kunstschaffens betrachtet. (Julien Ries (1920–2013), Religionshistoriker zit. nach Wikipedia#Höhlenkunst)

O-Ton-Einspielung
Tim Krohn, ARD-Hörfunkstudio Stockholm, 06.10.2014 15:44 Uhr (Ausschnitt))
Medizin-Nobelpreis für Hirnforscher „Macht Spaß, das Gehirn zu verstehen“
Verkündung des Nobelpreises für Medizin.

Sprecher:
Kinder erfahren den Raum durch Musik und die Musik durch den Raum. Gibt es da Zusammenhänge zum Navigationssystem? Wer forscht? Wen interessiert das? Während des Gitarrenunterrichts fragt mich ein Zweitklässler: »Was ist dein Job? Ich meine: Was arbeitest Du?« (Text: KT Brandstetter)

Refrain (gesungen)
Ich hoff‘, Du hast ein Lied geschrieben, // Ein Bild gemalt in Farben deiner Zeit,
Du weißt doch, wen die Götter lieben // und Kunst ist das, was übrig bleibt.
(Text: KT Brandstetter)

Sprecher:
Frank sagt mir: »Ich bin Schauspieler, ich kann nichts anderes.« Was er meint ist: Er kann nicht anders. Drei Schauspieler ohne Engagement haben ein Stück geschrieben mit dem Titel: »Die Bretter, die Hartz IV bedeuten.« Ich habe damals kein Hartz IV beantragt. Sie hätten mir sonst meine Gitarren weggenommen. (Text: KT Brandstetter)

Refrain (gesungen)

Sprecher:
In irgendeiner Zukunft mag ein weit von der Erde entferntes Lebewesen eine goldbeschichtete Aluminiumplatte in den Händen halten. Oder eine vergoldete Kupferscheibe. Es wird rätselnd die Abbildungen betrachten, ähnlich wie wir heute noch über Teile jener bis zu 18.000 Jahren alten Höhlenkunst rätseln. Aber es werden Abbildungen sein, die sich ohne weitere technische Hilfsmittel dem Betrachter darbieten. Und wenn er die Botschaften versteht, dann, dann wird er Musik hören. Und erst danach wird er herausfinden, was der Hyperfeinstrukturüberganges des Wasserstoffatoms bedeutet.
(Anm.: Die Rede ist von den Pioneer-Plaketten und der Voyager Golden Record)
(Text: KT Brandstetter)

Konzeption/Text/Musik/Arr.: KT Brandstetter, ©℗2014
Video: ©2015